Jetzt ist es höchste Zeit für Maßnahmen zur Reduzierung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Insbesondere Begrünungsmaßnahmen benötigen Jahre, bis sie so viel Blattmasse entwickelt haben, dass sich positive Effekte ergeben. Unsere Forderung nach Fassadenbegrünung, z.B. an kahlen Betonwänden von Sporthallen, wurde aber bisher leider immer noch nicht aufgegriffen. Auf seinem Betriebshof hat Jörg Schiller jetzt eine begrünte Musterwand aufgebaut – als Beispiel für Interessierte.
Fellbach erstellt ein Klimaschutzkonzept. Die Fertigstellung ist geplant bis Jahresende, dann soll das Maßnahmenpaket auf dem Tisch liegen. Wir Stadtmacher unterstützen diesen Entwicklungsprozess und möchten alle dazu motivieren, die geplanten Beteiligungsmaßnahmen zu nutzen. Darüber hinaus wollen wir aber auch noch eines: mehr Geschwindigkeit! Im Juni startet bereits verwaltungsintern die Aufstellung des Haushaltes für 2024. Hier sollten alle treibhausgasreduzierenden Maßnahmen priorisiert eingeplant werden, die bereits bekannt sind – z.B. energetische Sanierungen städtischer Gebäude und der Ausbau regenerativer Energien. Solche Maßnahmen ggfls. vorzuziehen oder neu in den Haushalt aufzunehmen, ist auf keinen Fall verkehrt! Dazu muss man nicht die Konzeption abwarten.
Im Rahmen der Haushaltsberatung haben wir vorgeschlagen, dass die Verwaltung in der Neubauplanung künftig zwei Varianten erarbeitet: eine mit dem aktuell „üblichen“ energetischen Standard und eine Variante mit deutlich niedrigerem Energieverbrauch im laufenden Betrieb. So kann sich jeder im Gemeinderat öffentlich sichtbar für die eine oder andere Lösung entscheiden.
Warum uns das so wichtig ist? Was wir heute nicht vorbildhaft bauen, wird uns noch viele Jahre Kummer machen! Energie wird absehbar nicht mehr so günstig zu haben sein wie in vergangenen Zeiten. Außerdem werden wir viel mehr als bisher den benötigten Strom selbst produzieren müssen. Windräder, Freiflächen-Photovoltaikanlagen oder Biogasanlagen verbrauchen aber Platz, den wir lieber für Ackerbau und Naherholung nutzen wollen. Wir hoffen, es finden sich Mehrheiten für zukunftsweisende Entscheidungen.
Aus unserer Sicht wäre der Standort an der Alten Kelter ideal für eine oder zwei E-Bike-Ladesäulen. Überall dort, wo sich Menschen einige Zeit aufhalten, sollten wir nach und nach diese Infrastruktur anbieten. Das macht Fellbach und seine Veranstaltungslocations auch für Tagestouristen attraktiver.
Auch wenn die Fellbacher Radkonzeption noch nicht fertig ist: überall dort, wo ohnehin bauliche Maßnahmen anstehen, sollte die Gelegenheit genutzt werden, solche Ladestationen gleich mit einzuplanen. Als weitere Standorte bieten sich u.a. die Rathäuser, die Schwabenlandhalle, die Festhallen in Schmiden und Oeffingen sowie das F3-Bad an.
Deutlich mehr als früher werden in Bebauungsplänen Begrünungsvorgaben gemacht.
Die Stadtmacher stehen hinter dieser Intention der Durchgrünung. Die bisherigen Vorgaben beschränken sich aber in der Regel auf sogenannte „heimischen“ Gehölze. Diese Beschränkung ist allerdings längst überholt und in Zeiten des Klimawandels nicht mehr nachhaltig. Viele heimische Baumarten, wie z.B. bestimmte Ahorn-Arten, sind bereits heute in den Sommermonaten nicht mehr ohne erhebliche zusätzliche Wassergaben überlebensfähig und müssen mit großem Aufwand und Disziplin bewässert werden. Das ist auf Dauer nicht leistbar und aufgrund des sinkenden Grundwasserspiegels auch kontraproduktiv.
Heute muss bei der Auswahl viel stärker auf Hitze- und Trockenheitsverträglichkeit geachtet werden. Deshalb haben wir angeregt, die Pflanzlisten deutlich zu erweitern.
Die klimaresistente Fellbacher Innenstadt braucht deutlich mehr Grün. Dafür wird viel mehr Wasser nötig sein als wir uns das heute vorstellen können. Mit zunehmenden Temperaturen steigt aber auch der Wasserbedarf jeder einzelnen Pflanze. Und weil der Grundwasserspiegel stetig sinkt, fehlen natürliche Wasserreserven. Die Folgen sind ein nicht zu bewältigender Bewässerungsaufwand bzw. eine deutliche Verkürzung der Lebensdauer der Stadtbäume.
Maßnahmen, um diesen Problemen gegenzusteuern, sind Zisternen, aus denen automatisch bewässert werden kann, wasserdurchlässige Pflasterbeläge und offene Gräben als Versickerungsflächen.
Bei folgenden Bauvorhaben haben wir es in der Hand, jetzt gleich aktiv zu werden oder später teuer nachzurüsten: Parkhaus F3, Kinderhaus Pfiffikus, Melanchthonkindergarten, Freibadareal, Anbau Feuerwehr Schmiden, Nördliche Bahnhofstraße und Remstalstraße. Es wäre schade, hier nicht weitsichtig genug zu denken.
Einige der genannten Bauvorhaben werden am Dienstag, den 8. März 2022 im Gemeinderat behandelt. Die Informationen dazu gibt es auf dieser Seite: